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19. März 2018

Regional einkaufen - gut für dich und die Umwelt?

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F rische Kräuter in der Küche finden wir super! Am liebsten zupfen wir die selbst von den sorgsam gehegten Pflänzchen auf unserem Balkon. Dort ernten wir auch manchmal Zucchini oder Chilis, doch mehr geben weder der Platz, noch das Wetter, noch die Zeit her. Selbstversorgung ist für die meisten von uns aus vielen Gründen einfach nicht drin oder auch gar nicht erstrebenswert, trotzdem empfinden viele den Wunsch nach Lebensmitteln, die möglichst vor der eigenen Tür angebaut wurden. Und wenn nicht dort, dann doch wenigstens "regional“.

Eine Studie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zeigte, dass KonsumentInnen das Thema Regionalität um einiges wichtiger ist, als die Themen Bio, Nachhaltigkeit oder Fair-Trade. Dies lässt darauf schließen, dass es einem Großteil der VerbraucherInnen beim Kauf von regionalen Lebensmitteln und Produkten aus der Region gar nicht um Ethik geht, sondern um tatsächliche oder eingebildete Qualitätsunterschiede und die Bestärkung des Gefühls der Verbundenheit mit der Heimat. So werden viele Produkte von den Herstellern aufwendig als regional beworben, um Kunden von deren "authentischen Wurzeln" zu überzeugen und dafür greifen viele auch mal tiefer in die Tasche. Das Label boomt, keine Frage.

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Und ganz ehrlich: Auch wir fühlen uns gut, wenn wir zum Wochenmarkt radeln, um uns dort noch erdige Rüben vom lokalen Biobauern in den Einkaufskorb zu packen. Und selbst im Supermarkt spricht uns die oftmals heimelig gestaltete Abteilung für regionale Lebensmittel und Produkte allein optisch mehr an, als die sterile, in der sich abgepackter Ware aus dem Ausland stapelt. Aber haben diese Bauchentscheidungen auch positive Auswirkungen auf unsere Umwelt, oder ist unsere eigene Zufriedenheit der einzige und doch eher illusorische Vorteil? Wie viel bringt regional kaufen wirklich?

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Ethisch motivierten EinkäuferInnen wollen nicht nur sich selbst etwas Gutes tun. In der Regel greifen sie zu regionalen Lebensmitteln und Produkten, in der Hoffnung, dass kurze Transportwege ihre CO2-Bilanz verbessern, oder dass ihre finanzielle Unterstützung eines Kleinproduzenten den Großkonzernen einen Strich durch die Rechnung macht. Allerdings relativieren sich die Vorteile des kürzeren Transports häufig, wenn wir eben nicht mit dem Rad oder den Öffentlichen zum Einkaufen von Waren aus dem direkten Umland fahren, sondern womöglich mit dem Auto noch Umwege nehmen, um zum nächsten Bioladen zu kommen, oder wenn wir einem ungeschützten Label vertrauen, welches es mit der Herkunft nicht so genau nimmt. Und auch mit der Logik ist es nicht weit, wenn die steigende Nachfrage bei Kleinbauern zu einem Wachstumsdruck führt, der die Betriebe letztendlich vom Idealbild wohlmeinender KonsumentInnen entfernt. Meist werden hier die strukturellen ökonomischen Probleme verkannt, welche sich nicht mit einer Änderung des individuellen Konsumverhaltens aus der Welt schaffen lassen.

Unser Fazit lautet deshalb: Die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten halten wir für wünschenswert, allerdings sollte sie uns nicht davon ablenken, die strukturellen Probleme zu erkennen und diese gemeinsam anzugehen. Um unsere Umwelt zu schützen, reicht es nicht, dass einige, meist privilegierte, oder besonders engagierte Leute alternative Einkaufsmöglichkeiten nutzen. Darum lasst uns die Strukturen so ändern, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit keine Optionen mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit sind.



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