• SSL - Sicher einkaufen & Datensicherheit
  • Versandkostenfrei ab 29 Euro Gratis Kühlversand 1 - 3 Werktage Lieferzeit

13. Juli 2018

Kultur pur - wir nehmen euch mit nach Russland

  • 5min
Shutterstock //Tofukind

S eit Mitte Juni hören wir den Straßenverkehr vor lauter Vuvuzelas nicht mehr: Es ist Fußballweltmeisterschaft. Zu diesem feierlichen, internationalen Spektakel wollten wir euch eigentlich in einem Tutorial zeigen, wie ihr eure Außenspiegelüberzieher im Flaggen-Design ganz einfach selber nähen könnt. Nachdem die deutsche Nationalmannschaft bereits in der Vorrunde aus dem Wettkampf flog, ist zum Glück noch etwas Besseres eingefallen. Wir dachten uns: Warum nicht die Zusammenkunft verschiedener Nationen auf dem Fußballfeld, auf unserem Esstisch rekonstruieren. Einmal wortwörtlich über den Tellerrand schauen, um zu entdecken, welche Speisen unseren Nachbarn schmecken. Wir nennen das Multikulti Küchenkurs und starten diese Woche mit WM-Gastgeber Russland.

RusslandflaggeeAT3gUyCg0lKy

Russland ist ein gefürchtetes Land. Es ist kalt, riecht nach Wodka und ist insgeheim in illegale Machenschaften verstrickt, von denen ausschließlich Verschwörungstheoretiker zufällig Wind bekommen. Generell tragen dort alle Menschen Pelz, sogar im Sommer. Fremde werden grundsätzlich mit finsterer Miene abgewiesen. Und garstig schauen gehört zum guten Ton, sogar während man sich mit Freunden Polka tanzend im Kreise dreht. Überhaupt dreht sich dort alles im Kreis: Die Wirtschaft, die Politik, die Kultur. Schuld daran war früher die Sowjetunion und heute Putin. Zum Essen fällt uns im ersten Moment meist nicht viel ein. Im zweiten auch nicht. Im dritten denken wir an Pferdeköpfe in den Betten verfeindeter Geschäftspartner. Oder waren das die Italiener?

Egal - Das waren neun Zeilen aneinander gereihte Vorurteile, die jeder von uns in irgendeiner Form in seinem Bewusstsein oder Unterbewusstsein abgespeichert hat. Das können wir in der Regel gar nicht steuern, müssen wir auch nicht. Wichtig ist nur zu erkennen, dass es unendlich viele Zeilen bräuchte, um in Worte zu fassen, was eigentlich zwischen den Zeilen steht. Wir sind zuversichtlich und versuchen es in 60:

Starten wir gleich mal mit dem Klimacheck. In vielen Teilen Russlands ist es im Winter bitterlich kalt. Das gilt besonders für nördliche Bereiche wie Sibirien. Dort fällt die Temperatur im Winter locker unter -40° C. Protzige Pelzmäntel sind rein klimatechnisch also durchaus angemessen. Tiertechnisch allerdings so überhaupt nicht. Zum Glück ist der russische Sommer heiß. Da erübrigt sich diese Debatte nämlich für einige Wochen. Stattdessen werden kalte Suppen wie die Okroshka geschlürft. Diese Suppe wird kalt serviert und dient bei Höchsttemperaturen dabei einen kühlen Kopf zu bewahren. Ist es besonders heiß oder das russische Gemüt besonders hitzig, wird die Suppe sogar mit Eiswürfeln serviert, um sie dem Wetter zum Trotz kalt zu halten. Fast wie in einem Salat vereint diese Suppe frische Zutaten zu einem leckeren Sommergericht. Rohes Gemüse wie Gurke, Radieschen, Avocado und Paprika werden dafür nicht gekocht, sondern der Suppe erst beim Servieren in kleingeschnittener Form beigefügt. So bleibt es schön knackig. Gleichzeitig schenkt dieser Vorgang dem Gericht seinen Namen. Okroshka wurde von dem russischen Verb „kroshit“ abgeleitet, das soviel heißt wie „etwas sehr klein schneiden“. Zum Gemüse kommen weitere Zutaten wie gekochte Kartoffeln, gekochtes Ei, Schinken oder Käse hinzu. Jeder so wie er es mag. Wir mögen keine tierischen Produkte, deshalb lassen wir sie einfach weg. Der suppige Teil wird im Original mit Kwass, einem malzigen, Soda ähnlichen Getränk, oder Kefir zubereitet. Auch Bier soll eine plausible Zutat sein, haben wir gehört. In unserer veganen Variante haben wir auf Wasser und Zucchini zurückgegriffen. Wir müssen sagen: Das schmeckt auch ziemlich gut! Das Rezept findet ihr hier.

okroschka-rezept-4y01xl7RXr6TlC

Nachdem wir jetzt ein russisches Gericht kennen gelernt haben, das uns einfallen kann, wenn wir an russisches Essen denken, sind wir neugierig geworden. Wie isst der Russe sonst so? Welche Gewohnheiten und Sitten bestimmen die Esskultur? Und schauen Russen auch garstig, wenn sie an einem Tisch mit netten Gästen und köstlichem Essen sitzen?

In der russischen Küche dreht sich alles um reichhaltige, deftige Mahlzeiten. Traditionell wird sogar dreimal täglich warm gegessen. Denn gutes Essen wird großgeschrieben, besonders nachdem Armut und Hungersnot in der Vergangenheit häufig ein Thema waren. Heute wird essen zelebriert. Typisch russische Gerichte sind vielfältig. Es existieren verschiedenste Formen von Teigtaschen: Pelmeni, Piroggen, Tschebureki, Manti. Genauso gehören Ragouts, Fleischgerichte und Kohlsuppen in dieser Küche mit dazu.

Zu Festen und besonderen Anlässen, wie Besuch von Freunden, werden gerne mehrgängige Menüs aufgetischt. Es gibt Salate, Käse, Wurst, Fleisch, Fisch und von allem reichlich. Die Vorspeise besteht oft aus einer Suppe. Als Hauptgericht werden Fleisch Variationen und Beilagen wie Reis und Kartoffeln gereicht. Nachtisch darf natürlich auch nicht fehlen. Und dann wäre da noch der Wodka. Zu einem russischen Festmahl gehören Schnaps und Trinksprüche. Man trinkt auf die gute Zeit, auf das Wohl, auf Freundschaft und Familie. Auf was genau, ist egal. Grund zu feiern gibt es immer. Und garstig schaut dabei garantiert niemand! Denn Russen sind freundlich, feiern ausgelassen und genießen das Beisammensein mit Freunden und Gästen.

Gastfreundschaft wird in Russland gelebt, nicht nur zur Fußballweltmeisterschaft. Man wird heiter empfangen, mit Essen und Getränken umsorgt und darf sich auf nette Gespräche bei guter Stimmung freuen. Es sei denn, man lässt die Schuhe an. Die müssen an der Haustür gegen Pantoffeln getauscht werden, damit auch ja kein Dreck ins Haus getragen wird. Ein besseres Gastgeschenk als Flecken auf dem Teppich sind Blumen, Pralinen oder Schnaps. Für den Gast gehört es sich nämlich, eine Kleinigkeit mitzubringen. Immerhin erwartet ihn ein wahres Festgelage.
Abschließend müssten wir noch über die Wirtschaft, Politik und Putin sprechen. Aber das wollen wir nicht. Aus Prinzip und wegen der guten Stimmung. Die ist nämlich manchmal viel wichtiger als die Diskussion über richtig oder falsch, besonders bei so komplexen Themen wie diesen. Wir schlagen vor: Plant einen gemeinsamen Abend mit russischen Freunden, lasst euch typische Gerichte zeigen oder kocht Ihnen unsere vegane Okroshka. An einem solchen Abend lassen sich schwierige Themen viel besser besprechen. Man kann Meinungen teilen, von seinem Gegenüber lernen und zum Schluss auf die Freundschaft trinken.

Klingt nach einem guten Plan und nach einem guten Abschluss für diesen Blogbeitrag. Wir hoffen ihr habt jetzt richtig Lust auf Russland. Vielleicht sogar auf eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn.

So oder so: Wir sagen do svidaniya [russ. Auf Wiedersehen] und bis bald!

Deine Tofukinder

Kommentare

Hinweis: Jetzt hier tippen, um in unserem Shop zu stöbern.