10. Oktober 2017

Zum Welthundetag - Hundeleckerlies selber machen

Sophie Mathisz

Am 10. Oktober ist Welthundetag!
"Weltweit leben schätzungsweise 500 Millionen Haushunde, von denen etwa 75 Prozent frei lebend sind. Die wilde Stammform des Hundes ist der Wolf, dem er als Unterart zugeordnet wird. Wann die Domestizierung stattfand, variiert bei wissenschaftlichen Schätzungen zwischen 15.000 und 100.000 Jahren vor unserer Zeit." (Quelle: Wikipedia)
Der Welthundetag oder auch Welttag des Hundes wird am 10. Oktober 2017 gefeiert. Der Tag symbolisiert einen Ehrentag für alle Hunde, die seit Generationen treue Begleiter des Menschen sind. Wir haben ein wenig recherchiert, woher die Erfindung des Welthundetages stammt, konnten aber keine konkrete Organisation o. ä. finden. Wir finden diesen Welthundetag trotzdem so schön, dass wir uns zum einen ein paar Gedanken über die Hund-und-Mensch-Beziehung gemacht und zum Anderen ein tolles Rezept für vegane Leckerli kreiert haben. Hundeleckerlies selber machen geht ganz einfach und macht dir und natürlich deinem treuen Gefährten bestimmt eine riesen Freude! ❤ Aber nun erstmal ein paar Grundsätzliche Gedanken zum Thema Hund-Mensch-Beziehung.

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Hund + Mensch = beste Freunde?
Bereits 1764 stellte der französische Philosoph Voltaire fest, dass der Hund der beste Freund des Menschen sei:

„Es scheint, dass die Natur den Hund dem Menschen zu seiner Verteidigung und zu seinem Vergnügen gegeben hat. Von allen Tieren ist er der Treueste: Er ist der beste Freund, den der Mensch haben kann.“

Natürlich betrachten wir diese Sichtweise heutzutage kritisch – da kein Tier zu unserem Vergnügen oder unserem Nutzen auf der Welt ist. Die Aussage, der Hund sei der beste Freund des Menschen, ist eigentlich keine objektive Feststellung, sondern eher eine individuelle Sichtweise.
Hund und Mensch sind grundsätzlich opportunistisch veranlagt, weshalb sie auch so gut zusammenpassen. Und aus diesem Grund braucht ein Hund neben Liebe, Geduld und bester Pflege auch ein paar Regeln oder Grenzen, um sich gesund zu entwickeln. Dank ihrer Geduld und ihrer Gelehrigkeit übernehmen Hunde heute verschiedene Aufgaben in menschlichen Zivilisationen. Sie arbeiten weltweit zum Beispiel als Polizei-, Rettungs- oder Blindenhund. Fast jeder Hund liebt Aufgaben und Beschäftigung – egal, ob es das morgendliche Tragen der Brötchentüte ist, oder tatsächliches "Arbeiten". Wenn wir das beachten, haben wir an unserer Seite mit einem Hund vielleicht nicht wirklich einen "besten Freund" – aber dafür einen treuen Gefährten, der in seinem Wesen einzigartig ist und als solcher von uns ein Leben lang respektiert und geliebt wird.

Herkunft
Wir möchten uns an dieser Stelle nicht zum Richter aufspielen, denn dazu haben wir kein Recht. Allerdings erlauben wir uns ein paar Worte zum Thema Herkunft des Hundes. Natürlich können viele Argumente für den Kauf eines Welpen vom Züchter sprechen – aber wir sind da eher anderer Meinung. Es gibt in Deutschland so viele Hunde, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten. Manche von ihnen warten mitunter jahrelang. Weltweit sieht dieses Thema noch dramatischer aus, da es in vielen Ländern kein Platz für die "unloved pets" gibt und diese nicht selten nur eine "Aufbewahrungsfrist" von 24 Stunden haben. Die Chance einer Weitervermittlung ist dementsprechend sehr gering. Wir haben unsere Hunde alle aus dem Tierschutz und bereuen diese Entscheidung keinen Tag. Es gibt deutschlandweit (aber auch weltweit) diverse Hilfsorganisation, um einen Hund über alle Landesgrenzen hinweg ein neues Zuhause zu schenken.

Der Welthundetag ist jedenfalls eine gute Gelegenheit seinem Hund eine besondere Freude zu machen – beispielsweise mit einem besonderen Leckerli oder mit einem neuen Spielzeug. Falls ihr selber keinen Hund habt, freut sich das örtliche Tierheim über euren Besuch – und ein dortiger Vierbeiner umso mehr über eine Extra-Gassirunde an diesem Tag.

Liebe geht durch den Magen ...
Früher wurden Hunde mit Küchenabfällen gefüttert – heute ist der Markt für Tiernahrung groß, bunt und es gibt nichts, was es nicht gibt. Und das vermutlich zu Recht, da auch ein Hund im Laufe seines Lebens Allergien entwickeln kann oder er als Welpe eine andere Nahrung braucht, als im hohen Alter. Wir kennen so viele Hundefutter-Geschichten, dass wir vermutlich einen eigenen Ratgeber über Hundeernährung schreiben könnten. Und auch wenn wir vegan leben, heißt das noch lange nicht, dass wir diese Ernährungsweise unserem Hund vorschreiben können oder wollen. Was wir unserem geliebten Gefährten in den Napf geben, hängt davon ab, was er mag, verträgt und wie alt er ist. Viele von uns ernähren ihre Hunde vegan, andere flexitarisch und andere wiederum barfen vegan oder mit Fleisch. Natürlich möchten wir, dass es unserem vierbeinigen Freund sehr gut geht - und kaufen daher hochwertige Nahrung. Wir ergänzen diese zudem täglich durch Möhren, Äpfel, Gurken Vollkornreis, Haferflocken, Leinöl oder Kokosöl. Wir kennen Hunde, die total verrückt sind nach Sojamilch und Sojajoghurt und wiederum andere Hunde, die dergleichen in ihrem Napf liegen lassen.

Worauf fahren eure Hunde ab?
Es gibt etwas, das wir immer im Haus haben müssen, seit Shorty, der coolste Hund der Welt, bei uns lebt:
frische Paprika!
Jedes Tier hat, neben all den Dingen, die es gerne isst, seine Favoriten: gewisse Vorlieben für ganz bestimmte Leckereien. Manche Hunde haben ein Faible für Banane, andere stehen vielleicht total auf rohe Karotten. Shorty liebt ohne jeden Zweifel frische Paprika und er wird ihrer seit Jahren auch nicht überdrüssig: ob im Trocken- oder Nassfutter, er verlangt jeden Tag das knackig-saftige Gemüse als Extra-Zutat und genießt sein Futter dann so leidenschaftlich, dass man neidisch werden könnte.
Jeder Mensch, der mit einem Tier lebt, kennt die individuellen Vorlieben und Abneigungen hoffentlich gut und kann am besten Einschätzen, was es gerne isst, was ihm gut bekommt oder was es nicht verträgt. Die beste Voraussetzung um ganz besondere Hundeleckerlies selber machen zu können!

Mit diesem Grundrezept könnt ihr eure ganz individuellen Hundeleckerlies selber machen:

Zutaten (für ca.70 Stück):

  • 100 g Reismehl oder Buchweizenmehl
  • Eine Prise Majoran, getrocknet
  • Eine Prise Kümmel, gemahlen
  • 100 g Gemüsebrei (z.B. aus gekochten Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Rübe)
  • 2 EL Leinsamenöl

Zubereitung

Schritt 1: Die Basis

Als Basis für den Teig dient 100g Reismehl oder alternativ die gleiche Menge Buchweizenmehl, dem eine Prise gemahlener Kümmel und/oder getrockneter Majoran untergemischt werden kann. Bitte kein Salz oder Zucker zugeben.

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Schritt 2: Ideen für Geschmacksrichtungen

Süßkartoffel-Goodies: 100g Süßkartoffel schälen, würfeln und in Salzwasser weich kochen. Gemüse sofort warm im Mixer oder mit dem Stabmixer fein pürieren und abkühlen lassen.

Erbsen-Goodies mit Paprika: 50g tiefgekühlte Erbsen in Salzwasser gar kochen und warm im Küchenmixer fein pürieren, abkühlen lassen. 50g Rote Paprika waschen, Kerne entfernen und extra fein würfeln.

Kartoffel-Petersilie-Goodies: 100g Kartoffeln und Petersilienwurzel schälen und würfeln, in Salzwasser weich kochen und sofort warm mit einem Stampfer (nicht im Mixer, da sonst die Kartoffelstärke klumpt) zu einem Brei zerdrücken und abkühlen lassen.

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Schritt 3: Teig bereiten und backen

Die gewünschte Gemüsebrei-Komponente zum Reis- oder Dinkelmehl geben und mit den Händen zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Weitere Zutaten wie z.B. frische Paprika in kleinen Stücken und/oder Dinkelflocken, Haferflocken u.Ä. am Ende unter den Teig kneten.
Teig auf einer mit Reis- oder Dinkelmehl bestreuten Arbeitsfläche etwa 5mm dick ausrollen und zu kleinen Keksen ausstechen oder formen. Goodies dicht nebeneinander auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und bei 180°C im vorgeheizten Backofen 20-25 Min. backen.

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Schritt 4: Lagerung

Gemüse-Goodies vollständig abkühlen lassen und offen lagern (nicht luftdicht in verschlossenen Behältern), damit sie austrocknen können. Goodies mit Zutaten wie frischer Paprika sollten innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Leckerlies aus Teig mit Mehl und Gemüsepüree sind bei trockener, offener Lagerung länger haltbar.

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Nachfolgend findet ihr einige Infos zur Orientierung bzgl. der Zutaten.

Folgende Zutaten sind tabu, da unverträglich oder giftig:
Schnittlauch und Bärlauch, Trauben und Rosinen, Schokolade und Kakaohaltiges, Zucker und Süßstoffe.
Salz sollte wenn, dann nur in Kleinstmengen verwendet werden  (z.B. um Gemüse darin zu garen).
Nüsse, Mandeln und Obstkerne, Knoblauch und Zwiebel, Avocado, rohe Kartoffeln und Aubergine, grüne Paprika und Chili sowie Petersiliengrün.

Kohlsorten wirken stark abführend. Ebenso Bohnen: in sehr kleinen Mengen sind ordentlich gekochte Bohnen jedoch in Ordnung, ebenso wie einige Obstsorten, falls sie gerne gegessen werden.

Roh sind folgende Gemüsessorten gut verträglich:
Karotten, Kohlrabi (in kleinen Mengen, da abführend), Paprika (rot, gelb, orange)

Gut verträgliches Gemüse gekocht:
Karotten, Petersilienwurzel (sehr gesund), Kartoffel und Süßkartoffel, Kürbis, Kohlrabi (in kleinen Mengen, da abführend), Erbsen

Kräuter und Gewürze sollten besser nicht verwendet werden, da sie den meisten Hunden nicht gut bekommen oder sogar schädlich sind. Eine Prise Kümmel oder Majoran darf allerdings gerne verwendet werden – Kümmel regt die Verdauung an und selbst kleine Mengen schmecken und riehen attraktiv für manche Hunde.

Getreide vertragen manche Hunde gut, andere dagegen weniger – Haferflocken u.Ä. sollten sparsam verwendet werden. Gekochter Reis und Nudeln werden meist gern gegessen und gut vertragen.

Weniger ist mehr!

Kleine Leckereien außer der Reihe sollten immer sparsam verteilt werden, damit die Tiergesundheit nicht leidet und kleine essbare Belohnungen etwas Besonderes bleiben.
Mit selbstgemachten, kleinen gesunden Snacks ist man auf der sicheren Seite, da man die Kontrolle über die verwendeten Zutaten hat. Viel Spaß beim ausprobieren. ❤

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