27. November 2017

Vegane Medizin - gar nicht so einfach

Deutschland is(s)t vegan

W ir Tofukinder führen ein glückliches, freies und veganes Leben. Es gibt eigentlich keinen Bereich mehr, den wir nicht mit einer einer pflanzlichen Alternative abdecken können. Problematischer kann es aber tatsächlich werden, wenn die Gesundheit mal nicht zu 100% passt und wir auf bestimmte Medikamente oder eine Impfung angewiesen sind und/oder sogar ein Krankenhausaufenthalt ansteht.
Vegane Medikamente sind tatsächlich nicht ganz so leicht zu finden. Oft sind die Wirkstoffe und die Hilfsstoffe in vielen Arzneimitteln nicht vegan. Dazu gehören zum Beispiel: Heparin, einige Östrogene, diverse Insuline, Lactose, Gelatine, Woll- oder Bienenwachs. Sogar homöopathische Mittel sind nicht immer automatisch vegan. Zu erkennen ist das leider auch nicht immer so leicht, da sich viele tierische Inhaltsstoffe hinter kryptischen Bezeichnungen oder Abkürzen verbergen.

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Medikamententests im Tierversuch
Der Griff zu Medikamenten, die auf den ersten Blick vegan erscheinen, garantiert leider nicht, dass für diese keine Tiere leiden mussten. Noch immer werden Arzneimittel und ihre Wirkungen sowie Operationsmethoden durch Tierversuche getestet. Im Gegensatz zur Kosmetikbranche sind bei den Medikamenten Tierversuche für die Unbedenklichkeitserklärung extra vorgeschrieben. Die EU-Kommission hat 2015 ein generelles Versuchsverbot abgelehnt.

Gibt es auch gute Nachrichten?
Die Zahl der Tierversuche ist seit 2013 sehr stark rückläufig. Es gibt glücklicherweise immer mehr alternative Ansätze, um Medikamente und Kosmetikprodukte auf Unbedenklichkeit zu prüfen. Es gibt zum Beispiel Testverfahren mit synthetisch erzeugter Haut und auch Operationen werden an gespendeten Organen durchgeführt. Darüber hinaus gibt es diverse Pharmafirmen, die ihre Medikamente an freiwilligen Probanden testen. Wir kennen selbst einige Leute, die das schon einmal gemacht haben!
Immer mehr Apotheken, Pharmafirmen und Drogerien gehen inzwischen auf die Bedürfnisse von Veganern ein – und so gibt es eine ganze Reihe Medikamente für die vegane Haushalts- oder Reiseapotheke. Ein paar möchten wir euch kurz vorstellen:

Kopfschmerzen: Je nach Art und Dauer der Kopfschmerzen können einfache Hausmittel wie zum Beispiel von Natur aus veganer Melissentee, japanisches Heilpflanzenöl oder weißes Tiger Balm helfen.

Desinfektion: In Bioläden findet ihr von Sonett ein kleines Desinfektionsspray, welches ihr mit 100 ml Inhalt sogar in den Flieger nehmen könnt.

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Sonnenbrand oder kleinere Wunden: Es gibt in dm-Drogerien ein Aleo-Vera-Gel Konzentrat, welches sehr gut hilft. Noch besser: kauft euch eine echte Aloe-Vera-Pflanze und pflegt sie liebevoll. Der Saft der Blätter hilft gegen kleinere Hautabschürfungen und leicht verbrannte Haut. Vegan pur!

Durchfall: Von Natur aus veganer Kamillentee ist unserer Meinung nach die erste Wahl, um den Darmtrakt zu beruhigen. Darüber hinaus empfehlen wir die Kohletabletten von Merck.

Verstopfung: In diesem Fall braucht ihr nicht unbedingt die Chemiekeule! Eine abführende Wirkung kann bereits eine große Portion frisches Obst erzielen. Vegane Medikamne

Erkältung: Bei Halsschmerzen helfen Kräutertees, Gurgeln mit Teebaumöl oder einfach mit Salzwasser sowie Salbeibonbons. Bei Schnupfen empfehlen wir euch Nasenspülungen mit Nasenspülsalz zum Beispiel von dm. Wir geben zu, es ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber letztendlich besser als jedes fiese Nasenspray.

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Muskelschmerzen: Ein heißes Bad hilft bereits wahre Wunder. Sollten die Schmerzen stärker sein, empfehlen wir euch den roten Tigerbalsam von Klosterfrau – der riecht toll, ist vegan und hilft sehr gut bei Verspannungen.

Falls ihr ein bestimmtes Medikament braucht und unsicher seid, ob es vegan ist, empfehlen wir euch den Hersteller zu kontaktieren. Nur so könnt ihr 100 %ig sicher sein. Grundsätzlich steht euch bei allen Fragen und Beschwerden natürlich euer Arzt oder Heilpraktiker beratend zur Seite. Wir wünschen euch alles Liebe und eine gute Gesundheit!

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