29. September 2017

Vegan werden: Wohin mit meinen nicht-veganen Produkten?

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D er Tag ist gekommen: „Ab heute vegan!“, sagst du dir; du bist hochmotiviert, ab sofort keine tierischen Produkte mehr kaufen. Doch dann schaust du in den Kühlschrank, in deinen Kleiderschrank, in deinen Badezimmerschrank, liest die Inhaltsangaben auf den Putzmitteln in deiner Abstellkammer…und dann noch der Kuhfellteppich….du ahnst, worauf wir hinauswollen. Ganz klar, du wirst eine Reihe von Produkten in deinem Haushalt finden, die nicht vegan sind. Logisch, denn du hast vorher nicht vegan gelebt. Doch was nun?

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1. Möglichkeit: Alles ausmisten und wegwerfen

Das klingt zunächst am naheliegendsten: Alles, was du an tierischen Produkten findest, packst du in einen (oder zwei oder drei…) großen Müllbeutel, und ab dann ab damit in den Müll. Vermutlich wirst du erstaunt sein, wie viele Sachen du findest, wenn du sehr gewissenhaft ausmistest. Vegan Leben heißt eben nicht nur eine Umstellung auf vegane Ernährung. Unglaublich viele Produkte sind leider so gar nicht vegan. Schwer zu glauben, dass gefühlt jedes zweite Produkt einen Tierisches enthält. Stell dich also auf anschließend leere Schränke und einige Gänge zum Müllcontainer ein. Aber: Ist es sinnvoll, alles gleich weg zu werfen? Ist damit irgendwem geholfen?


Wir können dich gut verstehen: Das eingefrorene Hackfleisch in die Pfanne hauen, die zwei Packungen Vollmilch austrinken oder die Packung Eier zu Omelettes verarbeiten, will man dann einfach nicht mehr. Die Meisten dürften sich davor ekeln. Doch wegwerfen ist nicht gerade nachhaltig. Damit erweckt man kein Tier mehr zum Leben, um es ganz platt auszudrücken. Lebensmittel weg zu werfen, ist bedenklich. Dokumentationen und Bücher wie „Taste the waste“ zeigen, WIE viel weggeworfen wird, während gleichzeitig mehrere hundert Millionen Menschen hungern. Schauen wir uns also ein paar Alternativen an, wie du die Umstellung zum veganen Leben sinnvoll angehen kannst.

 

2. Alles aufbrauchen und beim Neukauf auf „vegan“ achten

Wie schwer tut man sich damit, die nicht-veganen Produkte aufzubrauchen? Diese Frage wird jede(r) unterschiedlich beantworten, doch die Tendenz geht mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dahin, dass es bei Lebensmitteln am schwierigsten ist. Bei Kosmetik, Kleidung und Putzmitteln wird man sich vermutlich weniger ekeln. Wenn du damit leben kannst, Sachen aufzubrauchen oder aufzutragen, könntest du immer dann, wenn etwas aufgebraucht ist, nach einer veganen Alternative für den Neukauf Ausschau halten. Du lernst dann step by step, welche Produkte nicht-vegane Inhaltsstoffe enthalten. Der Vorteil: Du musst das nicht von heute auf morgen durchziehen, sondern kannst dir Zeit dafür lassen. Das kann Frusterlebnisse verhindern. Unter Umständen wird man dich auf deine alten Lederschuhe ansprechen („ich dachte du lebst vegan?“), doch du kannst dann gut nachvollziehbar argumentieren: Die Schuhe aufzutragen ist deutlich nachhaltiger, als sie wegzuwerfen – und dafür ein Paar vegane Billigtreter zu kaufen.

3. Verschenken, verkaufen, tauschen

Nicht-vegane Dinge, die du nicht behalten oder wegwerfen möchtest, kannst du verschenken oder verkaufen. Egal ob für Lebensmittel oder für Kleidung, man findet in der Regel für alles einen Abnehmer. Wertvollere Dinge kannst du über Portale wie Ebay oder Ebay Kleinanzeigen verkaufen. Oder du schaust dir eine Tauschplattform wie Kleiderkreisel an, wo du für deine Ledertasche ein Shirt bekommen kannst. Wie wäre es mit einer Ausmistparty zuhause, auf der deine nicht-veganen Freunde sich etwas aussuchen dürfen – geschenkt oder gegen eine Spende, z.B. eine leckere Tafel vegane Schokolade?


Jede(r) muss für sich abwägen, wie radikal sie/er die Umstellung auf das vegane Leben durchzieht. Frag dich auf jeden Fall, bevor du etwas wegwirfst, ob es nicht doch eine sinnvollere (nachhaltigere) Alternative gibt. Ansonsten: Viel Spaß beim Ausmisten und Entdecken!

 

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