18. Juli 2017

Vegan, aber günstig – gewusst wie

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E ine vegane Ernährung ist total teuer, das können sich nur Großverdiener leisten! – solche und ähnliche Vorurteile bestehen tatsächlich immer noch. Klar: Vergleicht man Billigfleisch vom Discounter mit Fleischersatzprodukten, scheint der Verdacht sich zu bestätigen: Billigfleisch ist viel günstiger als ein Sojaschnitzel, Kuhmilch günstiger als Mandelmilch, und „normaler“ Käse günstiger als veganer Käse aus Cashews. Stimmt schon – aber vergleicht man hier nicht Äpfel mit Birnen?

Zunächst einmal sollte man hinterfragen, warum tierische Produkte so günstig sind. Warum kostet ein Steak gerade mal 1,99 Euro, ein halbes Hähnchen an der Bude vor dem Supermarkt nur 2,99 Euro? Hier stimmt doch etwas nicht! Tatsächlich stimmt sogar eine ganze Menge nicht. Billig kostet! Leidtragende sind in erster Linie Tiere, die in kürzester Zeit unter grausamen Bedingungen mit billigem Futter gemästet und dann geschlachtet werden. Auch unsere Umwelt leidet, weil für den Anbau unglaublicher Mengen Tierfutter (in erster Linie Soja und Getreide) große Flächen Regenwald abgeholzt werden. Der weltweite Fleischkonsum ist zudem der größte Klimatreiber – vor dem Verkehr. Die Mitarbeiter in den Schlachtfabriken leiden, weil sie im Sekundentakt unter schlechten Arbeitsbedingungen töten müssen. Und ohne staatliche Subventionen für Fleisch und Milch wären die Preise eh nicht haltbar.

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Logisch, dass ein handgemachtes, in kleinen Mengen fair hergestelltes Produkt aus hochwertigen Bio-Rohstoffen teurer sein muss als massenhaft produzierte Lebensmittel, bei denen nur eines zählt: der Preis. Daher mag die Aussage vegan ist teuer aus einer einseitigen Sichtweite heraus auf den ersten Blick stimmen. Schaut man aber genauer hin, ergibt sich ein anderes Bild. Jeder kann und muss entscheiden, was Lebensmittel ihm wert sind. Welchen Preis ist man bereit, für Gesundheit, Tierwohl und Umwelt zu bezahlen? Ist der eigene Geldbeutel das einzige, was zählt? Oder möchte man durch seinen Konsum mit dazu beitragen, dass weniger Leid entsteht? Gebe ich mein Geld lieber für „gute“ Lebensmittel aus, oder kaufe ich mir stattdessen haufenweise Klamotten, die ich nicht brauche?

Nun kann man zurecht entgegnen, dass nun mal nicht jeder das nötige Geld hat, sich täglich Sojaschnitzel, Kokosjoghurt und Superfood-Smoothies zu leisten. Stimmt, aber es hat auch keiner behauptet, das man das müsse. Es ist toll, dass es so viele vegane Produkte gibt, die das vegane Leben einfacher und vielfältiger machen. Wer ein schmales Budget zur Verfügung hat, muss aber nicht auf eine gesunde vegane Ernährung verzichten. Grundnahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Getreide oder Gemüse sind günstig zu bekommen. Damit kann man wunderbar abwechslungsreich kochen. Und vielleicht ist dann auch mal was übrig, um sich ab und an etwas Besonderes zu gönnen.  

Abschließend wollen wir euch noch ein paar Tipps zum Sparen mit auf den Weg geben:

  • Nutze (Sonder-)Angebote, online und in Läden! Vegan geht auch günstig
  • Gehe kurz vor Feierabend über den Wochenmarkt, dort kannst du garantiert regionales Gemüse und Obst viel günstiger bekommen!
  • Kaufe größere Verpackungseinheiten, die sind umgerechnet günstiger!
  • Mache Sammelbestellungen mit Freunden und spare die Versandkosten!
  • Baue selbst an, im Garten oder auf dem Balkon, z.B. Kräuter.
  • Versuche beim Kochen nicht, die altbekannten Gerichte 1:1 zu veganisieren – sondern lerne lieber neue Gerichte kennen!

Solche und weitere Tipps findest du im Buch Vegan, aber günstig von Patrick Bolk, bestellbar beim Ventil Verlag.

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