16. Oktober 2017

Siegel ABC: Vegan drauf – vegan drin?

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A ls vegan lebender Menschen hat man sich im Laufe der Zeit den "Zutaten-Check" angewöhnt – das ist quasi Routine. Ob im "normalen" Supermarkt oder im Bioladen, das Produkt der Wahl wird erst einmal umgedreht und es wird ganz genau nachgeschaut, was alles so drin steckt. Oft sind jedoch scheinbar pflanzliche Produkte mit tierischen Bestandteilen "angereichert" – auf den ersten Blick oft nicht erkennbar, selbst für aufmerksame Leser. Da eben dieser "tierische Anteil" im Produkt so gering ist, muss dieser eventuell nicht mal deklariert werden. Dies betrifft vor allem den Herstellungsprozess – was sich am Beispiel von Wein gut erklären lässt. Um Wein zu klären, wird dieser häufig durch Fischblasen oder mit Hilfe von Gelatine gefiltert, um die Trübstoffe zu entziehen. Man spricht dann von „Hilfsstoffen“, die dem Produkt wieder entzogen werden – so ganz vegan ist das Produkt dann aber trotzdem nicht.

Wer in einem veganen Supermarkt oder in einem veganen Onlineshop einkauft, kann natürlich 100%ig sicher sein, nur vegane Produkte im Einkaufskorb zu haben.

Beim Einkauf im Supermarkt helfen im besten Falle mittlerweile vegane Logos bzw. Gütesiegel weiter. Aber:

Welche veganen Logos sind vertrauenswürdig und wichtig?

1.  Das V-Label
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Copyright: Deutschland i(s)t vegan

Das V-Label ist eine international geschützte Marke zur Kennzeichnung von veganen und vegetarischen Lebensmitteln. Als Verbraucher könnt ihr so auf den ersten Blick erkennen, ob das Produkt für euch geeignet ist. Dadurch entfallen umständliches Studieren von Zutatenlisten oder langwierige Herstellernachfragen. Das V-Label wird in Deutschland vom VEBU vergeben und es existiert in vier Kategorien:

  • Vegan (ohne tierische Bestandteile)
  • Vegetarisch (mit Eiern und Milch)
  • Eifrei (ohne Ei, aber mit Milch)
  • Milchfrei (ohne Milch, aber mit Ei)

Für uns Tofukinder ist die vegane Variante natürlich von höchster Bedeutung und bei dieser können wir sicher sein, dass alle gelabelten Produkte keine der folgenden Zutaten (oder Verarbeitungshilfsstoffe) enthält

  • Tierfleisch (Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte)
  • Eier, Milch (und alle daraus gewonnenen Erzeugnisse)
  • Zutaten, die aus Fleisch oder Knochen hergestellt werden
  • Tierische Fette, Bratfette oder Margarine, die Fischöl oder ähnliche Produkte enthalten
  • Gelatine, Aspik, Geliermittel tierischer Herkunft
  • Gelée Royale (spezielles Bienenprodukt)
  • Produkte, die Zutaten aus Schlachtabfällen enthalten
  • GVO (= enthält gentechnisch veränderte Organismen)


2. Die Veganblume
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Copyright: Deutschland i(s)t vegan

Die Veganblume wurde von der "Vegan Society England" ins Leben gerufen – und nur diese ist befugt, das Logo zu vergeben. Seit 1990 zeichnet die Veganblume („Vegan Trademark“) Lebensmittel und Kosmetikartikel aus, um vegan lebenden Menschen die Produktauswahl zu erleichtern.

Damit ein Produkt mit der Veganblume ausgezeichnet werden kann, muss es folgende Kriterien erfüllen:

  • Es dürfen keinerlei Tierbestandteile, keine tierischen Nebenprodukte oder aus Tieren gewonnene Rohstoffe im Endprodukt enthalten sein.
  • Während der Produktion dürfen keine tierischen Materialien benutzt werden und in keinem Produktionsschritt Tierversuche durchgeführt werden. Alle Rohstoffe müssen tierversuchsfrei hergestellt sein.
  • Produziert ein Unternehmen vegane und konventionelle Produkte, müssen alle Maschinen gründlich gereinigt werden, bevor sie wieder mit veganen Inhaltsstoffen in Berührung kommen können.
  • Wenn ein Produkt gentechnisch veränderte Bestandteile enthält, muss dies auf der Verpackung gekennzeichnet werden


3.  Das Peta Approved Vegan-Logo
 
In unserem veganen Leben geht es jedoch noch um weit mehr als "nur" Lebensmittel. Wir achten auch auf unsere Bekleidung und unsere Schuhe - denn auch da wollen wir kein Tierleid einkaufen und verzichten gerne auf Leder, Wolle, Pelz, Daunen, Federn und Seide.

Um vegane Mode besser zu kennzeichnen, vergibt PETA ein kostenloses Logo, welches Unternehmen ermöglicht, seine veganen Modeartikel sowie sein Engagement für die Tiere sichtbar hervorzuheben. Mit dem „PETA-Approved Vegan“-Logo können Bekleidungsunternehmen Taschen, Schuhe, Schmuck, Schals und Accessoires eindeutig als vegan kennzeichnen - und wir als Verbraucher sehen sofort, welche Produkte für uns infrage kommen.

Also, Augen auf beim Einkaufen – lasst euch bloß nichts untermogeln, was ihr eigentlich überhaupt nicht mehr kaufen wollt. Zum Glück gibt es ein paar vegane Logos als Hilfestellungen. 

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