18. Juli 2017

Mode – vegan, bio & fair, geht das?

Syda Productions / fotolia.com //agcreativelab / fotolia.com //Alena Ozerov / fotolia.com

F ür uns von der Tofukind-Redaktion bedeutet veganer Lifestyle mehr als "nur" unser Essen. Wir schauen auch genauer hin, was wir im Kleider- und Schuhschrank hängen bzw. stehen haben. Woraus sind unsere Schuhe und Taschen gefertigt? Welches Material wurde in unserem Wintermantel und der Jacken verarbeitet? Und so weiter. Diesen Part unseres Lebens zu „veganisieren“, funktioniert natürlich nicht von heute auf morgen. Aber wir empfinden diesen Prozess gar nicht mal als mühselig, sondern er kann im Gegenteil ziemlich lehrreich, spannend und bunt zugleich sein.

mode-vegan-bio-fair-geht-das-2

Wann ist Mode vegan und wie erkenne ich sie?

Zur veganen Mode zählen alle Kleidungsstücke, Accessoires und Schuhe, die ohne tierische Bestandteile produziert werden.

Bei vielen Materialien, wie zum Beispiel Pelz oder Leder ist es sofort erkennbar, dass sie nicht vegan sind. Doch es gibt auch Materialien, wo du nicht gleich auf ersten Blick erkennst, ob Tierisches enthalten ist. Das könnten zum Beispiel die Perlmuttknöpfe an einer Bluse, der Seidenanteil in einer Krawatte oder der Lederpatch auf einer Jeans sein.

Tipp: Mach den Etiketten-Check! Bei Schuhen ist das benutzte Material auf der Unterseite des Schuhs, neben dem Reißverschluss oder unter der Zunge ausgezeichnet. Bei Shirts und Co. findet Ihr die Materialzusammensetzung im Nacken-Etikett, Taillenbereich oder am unteren Rand des Kleidungsstücks. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, weil das Etikett nicht eindeutig Auskunft gibt, fragt lieber beim Verkaufspersonal im Shop nach oder erkundigt euch beim Hersteller, was genau in dem Kleidungsstück verarbeitet wurde.

Übrigens: Von PETA gibt es das "PETA Approved Vegan"-Logo, welches vegane Mode eindeutig kennzeichnet.
Außerdem gibt es bei PETA auch den PETA-Shoppingguide, der euch bezüglich veganer Mode weiterhelfen kann.

PETA_Logo_neu

Diese Materialien sind ein veganes No-Go

Folgende Materialien sind für unser veganes Leben ungeeignet und wir vermeiden sie:
Pelz, Wolle (Kaschmir, Angora, Mohair, Alpaka, Lama, Kamelhaar, Filz), Leder, Seide, Federn

Bedenkenlos kaufen könnt ihr Materialien aus:
Baumwolle, Viskose, Acryl, Polyester, Leinen, Nylon, Lyocell, Hanf, Polyurethan, Kork, Modal, Bambus und Mikrofaser

Aber: Ist vegane Mode automatisch bio und fair produziert?

Mittlerweile hat sich in der Modebranche so einiges getan. In Berlin wird die Ökomodemesse „Ethical Fashionweek“ jedes Jahr größer und steht der "normalen" Modemesse in fast nichts mehr nach. Sehr viele Unternehmen haben angefangen, nicht nur vegane Kollektionen auf den Markt zu bringen, sondern produzieren mittlerweile verstärkt mit nachhaltigen, sogar zum Teil recycelten Materialien. Darüber hinaus dürfen wir als Konsument auch kritisch Produktionsbedingungen und Transportwege hinterfragen. Zum Glück reagieren immer mehr Modehersteller auch darauf und verbesseren die Bedingungen. Denn: "nur" vegan, ist uns nicht genug!

Es gibt mittlerweile wirklich tolle vegane Onlineshops im Internet oder Marketplaces, die eine riesige vegane Auswahl bieten. Aber auch im echten Leben finden sich fast in jeder großen Stadt kleine Boutiquen oder größere Concept-Stores, die komplett auf ein veganes Sortiment setzen und deren Labels ausschließlich Materialien verwenden, die nachhaltig und fair produziert sind.

Das GOTS-Siegel kann Euch ebenfalls beim Einkaufen weiterhelfen. GOTS (Global Organic Textile Standard) ist ein Textil-Siegel, das seit 2008 einen kontrollierbaren Standard hinsichtlich sozialer und ökologischer Verantwortung in der Textilherstellung definiert. Produkte mit dem GOTS-Siegel sind mindestens zu 95 % aus Naturfasern hergestellt und davon müssen mindestens 70 % aus zertifiziert biologischem Anbau sein. Aber Achtung: GOTS-zertifiziert heißt nicht automatisch auch vegan!

GOTS_Logo_neu

Auch hier gilt: Wer sicher gehen möchte, muss tatsächlich etwas genauer hinschauen, ob alle Kriterien wirklich erfüllt sind!

Kommentare