7. November 2017

Ist eine vegane Ernährung gesund?

Deutschland is(s)t vegan

D ie meisten in unserer Redaktion leben seit vielen Jahren vegan. Die Gründe dafür mögen für uns alle ein klein wenig unterschiedlich sein, aber in einem Punkt sind wir uns einig: Gesundheitlich geht es uns dank der Umstellung auf die vegane Ernährung heute besser denn je!

Allerdings haben viele von uns gerade am Anfang ihrer veganen Ernährung sehr viel Ungesundes gegessen: Süßes, Fertiggerichte und Fast Food wie Burger, Currywurst oder einen Gyrosteller.  Klar, gibt es alles „in vegan“ – heißt aber noch lange nicht, dass das dann auch gesund ist. Vegane Ernährung bedeutet eindeutig nicht automatisch auch „gesunde“ Ernährung. Trotzdem hatten (und haben) die meisten von uns auch mal Lust auf solche weniger gesunden veganen Gerichte und Lebensmittel – einfach, weil es Spaß macht, Neues zu entdecken und weil hin und wieder sündigen eben auch kein Problem ist. Mit der Zeit haben die meisten von uns aber ihre vegane Ernährung in Sachen Gesundheit etwas optimiert. Heute kommen bei uns hauptsächlich Gemüse, Salat, Obst und Hülsenfrüchte auf den Tisch. Eine vegane und gesunde Ernährung kann uns eigentlich nur Vorteile bringen, das zeigen ja viele Untersuchungen und Publikationen. Viele Zivilisationskrankheiten entstehen nachweislich durch einen hohen Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch & Co. – oder werden zumindest dadurch begünstigt. Schauen wir uns doch mal ein paar Punkte genauer an.

ist-eine-vegane-ernaehrung-gesund-1

Krebsrisiko
Natürlich können wir das Krebsrisiko durch eine vegane Ernährung nicht vollkommen ausschließen, aber vermutlich deutlich reduzieren. Dies belegen mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Studien. Sekundäre Pflanzenstoffe haben verschiedene gesundheitsförderliche Effekte und beugen insbesondere der Krebsentstehung vor. Aber: Was sind sekundäre Pflanzenstoffe? Im Prinzip alles an bunten Gemüse (besonders grünblättriges) und Obst, Weizenkeime, Nüsse, Hülsenfrüchte, Sojabohnen und Zwiebel- und Lauchgewächse.

Diabetes
Laut der Deutschen Diabetes Stiftung leben in Deutschland derzeit 8,2 Millionen Diabetiker, davon knapp 80 % mit Typ-2-Diabetes. Als Auslöser für die Krankheit gilt unter anderem eine stark zucker- und fetthaltige Ernährung. Vegetarisch-vegan lebende Menschen haben ein geringeres Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, da sie im Durchschnitt einen geringeren BMI (Body Mass Index) als Mischköstler haben.
Fast alle Obstsorten (außer Ananas und Wassermelone), Gemüse, Bohnen, Erbsen und Linsen haben einen niedrigen glykämischen Index, der sich positiv auf den Kohlehydratstoffwechsel auswirkt.

ist-eine-vegane-ernaehrung-gesund-2

Gewicht und Verdauung
Laut „Nationaler Verzehrsstudie II“ waren 2006 in Deutschland etwa 66 % der Männer und 51 % der Frauen übergewichtig oder adipös. Das sind alarmierende Zahlen, oder?
Die meisten pflanzlichen Lebensmittel sind fettarm und zudem kalorienarm, gleichzeitig durch einen oft hohen Ballaststoffanteil sehr sättigend. Deshalb sind vegan lebende Menschen weniger anfällig für Übergewicht und ihr BMI (Body Mass Index) ist deutlich niedriger als bei sogenannten Mischköstlern.

Bluthochdruck (Hypertonie)
"Bluthochdruck ist in Deutschland noch vor dem Rauchen der wichtigste Risikofaktor für eine erhöhte Sterblichkeit: Rund 26 % aller Todesfälle sind darauf zurückzuführen." (Quelle: WHO: Der Europäische Gesundheitsbericht 2005)
Wer seine Ernährung „auf vegan umstellt“, wird zumeist (wenn man sich gesund vegan ernährt) eine Reduktion des Körpergewichts erleben und oft auch eine Senkung des Blutdrucks. Da Gemüse und Obst viel Kalium enthalten, wird das Blut verflüssigt und das Herz muss weniger stark pumpen. Das bedeudet, dass eine vegane Ernährung nicht nur Bluthochdruck vermeiden, sondern auch therapieren kann.

ist-eine-vegane-ernaehrung-gesund-3

Cholesterinwerte und Herzgesundheit
Aus hohen Cholesterinwerten resultieren häufig Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Jedes Jahr sterben daran rund 350.000 Menschen! Viele pflanzliche Lebensmittel, wie zum Beispiel Haferflocken, Bohnen und Kürbis haben einen cholesterinsenkenden Effekt. Der Clou an diesen Lebensmitteln sind die löslichen Ballaststoffe, die Cholesterin binden und es aus dem Körper transportieren.

Fazit: Eine vegane rein pflanzliche Ernährung, die möglichst vollwertig und fettfrei gestaltet wird, führt nicht nur zu einem tierleidfreien und glücklichen Dasein, sondern kann auch die Basis für ein langes und gesundes Leben sein!

Kommentare