8. Februar 2018

Glutenunverträglichkeit - Na und?

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W er unter Zöliakie leidet, ist damit längst nicht mehr alleine. Etwa bei 1 % der europäischen Bevölkerung wurde diese Autoimmunerkrankung bereits diagnostiziert. Zöliakie wird häufig auch als Glutenunverträglichkeit oder Glutenintoleranz bezeichnet. Ihr zugrunde liegt eine Intoleranz auf Gluten, was sich symptomatisch meistens in Verbindung mit der Darmfunktion zeigt. Wir möchten in diesem Beitrag Zöliakie etwas genauer betrachten und ein paar Tipps geben, wie man sich trotz Glutenunverträglichkeit lecker, vegan und beschwerdefrei ernähren kann.

Wie äußert sich Zöliakie?
Wie bei vielen Krankheiten wird auch Zöliakie oftmals zu spät erkannt. Da die Anzeichen auch zu anderen Erkrankungen passen können, kommt es oft zu Fehldiagnosen. Die Hauptsymptome bei betroffenen Erwachsenen sind meistens:

  • Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall
  • Stimmungsschwankungen bis zu Depressionen
  • Ekzeme und Juckreiz
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Müdigkeit
  • starker Gewichtsverlust

Mittlerweile steht fest, dass Kinder (sogar Säuglinge) und Erwachsene gleichermaßen an Zöliakie erkranken können und sogar oftmals eine genetische Vorbelastung besteht. Absolut zweifelsfrei lässt sich eine Glutenunverträglichkeit anhand bestimmter Blutmarker und einer Biopsie des Dünndarms feststellen.

Was genau ist eigentlich Gluten?
Gluten ist ein Eiweißgemisch, welches in diversen Getreidearten vorkommt und beim Backen für das Zusammenhalten des Teiges sorgt. Aus diesem Grund wird Gluten auch als Klebereiweiß bezeichnet. Bei Zöliakiepatienten reagiert der Darm allergisch auf das an sich harmlose Gluten und löst als Abwehrreaktion eine heftige Kettenreaktion aus. Dabei wird die Aufnahme wichtiger Nährstoffe aus dem Darm gestört und körperliche Beschwerden sind die Folge.
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Für immer: eine glutenfreie Diät!
Aktuell versuchen Wissenschaftler, das Mehl von Gluten zu befreien. Ein "echtes" Medikament gegen die Glutenunverträglichkeit ist jedoch noch nicht erhältlich.
Am einfachsten ist es, zuerst alle Getreidesorten vom Speiseplan zu streichen, die Gluten enthalten. Getreide mit hohem Glutengehalt sind Dinkel, Weizen, Kamut, Emmer, Einkorn und Hartweizen. Roggen, Hafer und Gerste hingegen haben einen etwas niedrigeren Anteil an Klebereiweiß. Da jedoch schon kleine Mengen des Klebereiweißes die Darmschleimhaut schädigen können, sollte nicht nur peinlich genau auf das tägliche Brot, sondern auf alle Speisen geachtet werden.
Da es für uns Tofukinder normal ist, Etiketten und Zutatenlisten von Lebensmitteln zu studieren, ist der Glutencheck für uns ein Leichtes! Natürlich kann Gluten in vielen Nahrungsmitteln versteckt sein, wie in Soßen, Fertiggerichten, Gewürzmischungen, Müsli etc.
Was können wir also essen und trinken, um uns gesund, vegan und glutenfrei zu ernähren? Die Antwort lautet: viel!

Zum Beispiel:

  • Fette und Öle
  • Hülsenfrüchte
  • Amarant, Quinoa und Buchweizen
  • Gemüse und Obst
  • Kartoffeln
  • Nüsse
  • Bohnenkaffee
  • reine Fruchtsäfte
  • Sekt
  • loser Blatttee
  • Wasser
  • Wein

Das A und O bei Zöliakie ist die richtige Kombination von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten plus Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium. Ebenso Spurenelemente wie Eisen, Fluor, Zink sowie Vitamin C-D und E.
Mittlerweile gibt es in Reformhäuser, Bioläden aber auch in normalen Supermärkten glutenfreie Lebensmittel, die uns unsere Ernährung ohne Gluten um einiges erleichtern. Sie sind an dem gelben Siegel und der darauf sichtbaren durchgestrichenen Getreideähre zu erkennen. Getreu dem Motto: Selbst kochen lohnt sich! Noch mehr hilfreiche Informationen findet ihr auf der Website der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft.

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