17. Oktober 2017

Bedeutet vegan essen verzichten?

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E s gibt eine ganze Menge Vorurteile über eine vegane Ernährung und tatsächlich sogar auch viele Veganer-Witze. Nicht zuletzt darüber, was Veganer eigentlich so essen. Fazit: Hauptsächlich Gras. Und wenn Fleisch, dann Fruchtfleisch ;-). Und gerne wird auch ganz offen gefragt: „Was isst du denn eigentlich noch, seit du auf die vegane Ernährung umgestiegen bist?“. Da fehlt vielen Menschen immer noch ein wenig Fantasie. Klar, denn „Otto Normalverbraucher“ legt ganz schön viele Lebensmittel mit tierischen Inhaltsstoffen aufs Band im Supermarkt, von Fleisch über Milch-Produkte bis hin zu einer Unmenge an Produkten, in denen Tierisches steckt. Da könnte man natürlich leicht auf die Idee kommen, vegane Ernährung bedeutet schlicht und ergreifend Verzicht. Wir verzichten gerne.

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Stimmen wir dem Vorurteil mal ganz kurz zu: Vegan essen bedeutet tatsächlich, auf sehr viele Produkte zu verzichten, ja. Die Frage ist nur, ob ein Verzicht in diesem Falle negativ ist. Dazu passt auch, dass viele Menschen uns immer mal wieder sagen: „Ach, das DARFST du ja nicht essen!“. Nein, das WOLLEN wir nicht mehr essen. Wir verzichten gerne auf tierische Produkte. Die meisten Veganer dürften sich sogar beim Gedanken daran, ein Stück Fleisch zu essen, ziemlich ekeln.

Kehren wir aber mal wieder in den Supermarkt um die Ecke zurück. Was können wir denn hier noch kaufen? Jede Menge! Klar, da ist erstmal die für alle Menschen eigentlich wichtigste Abteilung. Die, die Obst und Gemüse in vielen Variationen bietet. Die liefert uns schon das meiste, was wir an Vitaminen und Nährstoffen benötigen. Doch nicht nur das, auch die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Proteine und Fette können wir über Gemüse und Obst zum großen Teil schon decken. Die Vielfalt ist hier immens. Die meisten Menschen kaufen aber immer ihre 3-5 Stammsorten Gemüse und Obst. Wer auf eine vegane Ernährung umsteigt, fängt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an, sich ab sofort länger in der Gemüseabteilung herumzutreiben. Neues zu entdecken ist nämlich ganz schön spannend! Klar, man muss hier und da mal ein wenig recherchieren, um herauszufinden, was man mit Schwarzkohl oder Rübchen anstellen kann – aber da helfen das Internet und Kochbücher gerne weiter. Eine Vielzahl toller veganer Rezepte gilt es zu entdecken. Es empfiehlt sich auch, einen Saisonkalender im Internet zu suchen, denn saisonales Gemüse schmeckt am besten – und ist am nachhaltigsten.

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Müssen wir anschließend gleich durch zur Kasse? Keineswegs! Auch die Konserven- und Gläserabteilung lohnt einen näheren Blick, denn hier ist tatsächlich das meiste vegan, von Hülsenfrüchten über Gewürzgurken bis hin zu Spargel im Glas. Und auch bei den Fertiggerichten wird man nunmehr jede Menge vegane Varianten finden, denn die Hersteller haben die Nachfrage längst erkannt. Mit Kichererbsen, Linsen, Bohnen und Erbsen (in zahlreichen Varianten) kann man seinen Speiseplan ganz wunderbar ergänzen, und seine Proteinzufuhr auf hohem Level halten.

In der Backabteilung muss man ein wenig besser aufpassen, denn viele Backwaren enthalten tierische Zusatzstoffe wie das Backtriebmittel Cystein, das aus Schweinsborsten gewonnen wird. Ein Blick in die Inhaltslisten sollte hoffentlich helfen. Die Kühlabteilung ist größtenteils uninteressant geworden, aber inzwischen findet man hier jede Menge vegane Produkte, von veganer Teewurst bis hin zu veganem Käse, in der Tiefkühlabteilung natürlich auch Pommes, TK-Gemüse und immer häufiger auch eine vegane Pizza. Und auch in Sachen süße und salzige Snacks kommt man als Veganer keineswegs zu kurz. Das Angebot an Pflanzendrinks als Milchalternative ist sogar beim Discounter richtig vielfältig geworden. Viele tolle Lebensmittel auch aus dem Bio Bereich kann man für sich entdecken.

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Wir kürzen mal ab: Als Veganer kann man immer noch jede jede jede Menge essen: Obst und Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, aber auch Fleischersatz, Tofu und Chips. Man muss halt ein wenig genauer hinschauen. Ein Verzicht ist das noch lange nicht, und wenn überhaupt, dann verzichtet man gerne – und isst was anderes.

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