18. Juli 2017

Achtung: Versteckte tierische Inhaltsstoffe!

fovito / fotolia.com //Deutschland is(s)t vegan

W eißt du bei jedem Produkt, welches du im Supermarkt kaufst, dass es sicher frei von tierischen Inhaltsstoffen ist? Oder bist du dir manchmal unsicher? Hilfreich ist da natürlich ein Vegan-Aufdruck auf der Verpackung, dem wir vertrauen müssen/sollten/können, denn vegan ist kein geschützter Begriff in Deutschland. Stärker vertrauen kannst du, wenn das Produkt ein Siegel wie das V-Label des Vegetarierbundes trägt. Doch der Großteil der (veganen) Produkte in den Regalen trägt kein entsprechendes Siegel. Eine Zertifizierung ist eben nach wie vor freiwillig und in der Regel mit Kosten für den Hersteller verbunden. Bleibt noch, die Zutatenliste genauer zu untersuchen. Aber kann man hier sicher sein, alle nicht-veganen Produkte zu identifizieren?

Was verbirgt sich hinter E920?

Tatsächlich ist das alles andere als einfach. Klar, wenn Schweinefleisch oder Ei draufsteht, wissen wir: ist nicht vegan. Kein Problem. Wüsstest du aber auch, was sich beispielsweise hinter „Cystein“ oder „E920“ verbirgt? Die Auflösung laut in diesem Falle: Schweinsborsten, zur Auflockerung bei der Herstellung von Teig. Gerade bei Zusatzstoffen dürften die wenigsten von uns problemlos sagen können, ob diese vegan oder nicht sind. Da zieht man besser Internetseiten wie zutatencheck.de und lebensmittelklarheit.de oder ein Buch wie „veganissimo eins“ zur Rate. Das gilt übrigens nicht nur für Lebensmittel, auch in Kosmetik sind viele versteckte tierische Inhaltsstoffe zu finden – abgesehen davon, dass viele Kosmetikfirmen ihre Produkte an Tieren testen. Schauen wir uns mal ein paar wenig appetitlich klingende tierische Zusatzstoffe beispielhaft an:

  • Hausenblase (Fischblase) 
  • Gelatine (aus Bindegewebe) 
  • Lab (Enzym aus Kälbermägen) 
  • Pepsin (aus Mägen von u.a. Kälbern) 
  • Stearinsäure (Fettsubstanz aus Schweinemägen) 
  • Rindertalg (verarbeitetes Rinderfett) 
  • Ambra (aus Waldärmen) 
  • Moschusöl (aus den Genitalien von Moschusochsen)

Solche und andere tierische Inhaltsstoffe stellen keine Ausnahme dar. Beschäftigt man sich mit dem Thema Ernährung und Inhaltstsoffe genauer, staunt man, in wie vielen Produkten tatsächlich tierische Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen. Nicht selten fragt man sich: Warum eigentlich – ginge das nicht auch ohne? Klar, in der Regel geht das durchaus, doch pflanzliche Alternativen sind oft teurer oder schwieriger zu verarbeiten. Und: Es gibt in Deutschland keine Volldeklarationspflicht, das heißt: Inhaltsstoffe, die in geringen Mengen enthalten sind, müssen nicht mal aufgelistet werden.

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Kann Spuren von….enthalten

Was ist eigentlich mit dem Hinweis Kann Spuren von….z.B. Milch….enthalten? Sind solche Produkte nicht vegan? Ein solcher Hinweis ist in erster Linie seitens der Lebensmittel-Hersteller eine Absicherung, da nicht 100%ig ausgeschlossen werden kann, dass Reste von tierischen Produkten auf oder an den Produktionsanlagen zu finden sind. Die meisten Produzenten stellen eben nicht ausschließlich vegane Produkte her. Natürlich sollten die Anlagen gründlich gereinigt werden, bevor man hier vegane Produkte produziert, doch komplett auszuschließen ist eine Verunreigung aus der vorherigen Produktion nicht. So wollen die Produzenten mit dem Hinweis auf Nummer sicher gehen. Besonders wichtig ist das übrigens für Allergiker, wenn nicht zu 100% ausgeschlossen werden kann, dass beispielsweise Spuren von Nüssen enthalten sein könnten.

Wer sich unbeschwert vegan ernähren und einkaufen möchte, kauft am besten in reinen veganen Läden oder Onlineshops ein. Diese übernehmen sozusagen die Vorauswahl für euch, und sorgen dafür, dass alle Produkte auch wirklich 100% vegan sind.

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